Brustschmerz ist ein sehr häufiges Symptom. Es kann harmlose Ursachen haben oder aber Zeichen einer schweren Herzerkrankung sein. Herzschmerz kann durch eine Unterdurchblutung des Herzmuskels, einer so genannten "Ischämie", hervorgerufen sein bedingt durch eine Engstelle oder gar den Verschluss einer Herzkranzarterie (Koronararterie). Dies bedeutet Risiko eines Herzinfarktes, was immer eine Gefährdung fürs Leben darstellt (nur die Hälfte der Patienten mit Herzinfarkt erreicht lebend die Klinik). Ein Brustschmerz sollte immer abgeklärt werden.
Der typische Herzschmerz ("Angina pectoris") ist drückend, brennend, flächenhaft mit Verstärkung bei körperlicher oder emotionaler Belastung, auch bei Kälte.  Der Schmerz kann ausstrahlen in beide Arme, in den Kiefer, in die Schulter, in den Bauchraum ("Bauchschmerzen"). Dies macht die Beurteilung auch für den Kardiologen manchmal sehr schwierig.
Atypische Herzschmerzen bestehen auch in Ruhe und sind nicht belastungsabhängig. Trotzdem können sie durch eine Engstellung der Herzkranzgefäße bedingt sein.
Vollends verwirrend ist, dass auch andere Erkrankungen, so z.B. ein Hochdruckherz, typische Angina pectoris auslösen können und sogar EKG-Veränderungen bei Belastung wie eine Koronarischämie.

Wie klären wir einen Brustschmerz ab?

  • Die Schilderung der Beschwerden ist unsicher. In 5 % der Fälle verlaufen Herzinfarkte sogar vollends ohne Beschwerden.
  • Das EKG gibt eindeutige Hinweise nur, wenn bereits ein Herzinfarkt eingetreten ist.
  • Das Belastungs-EKG ist ein häufig durchgeführter, letztendlich aber sehr schlechter Test auf Koronarischämie: Bei vielen Patienten ist er vollkommen unauffällig trotz hochgradiger Engstellen an den Herzkranzgefäßen. Auch bei Bluthochdruck kann das Belastungs-EKG verändert sein. Frauen neigen häufiger zu Veränderungen, ohne dass eine entsprechende Erkrankung vorliegt.
  • Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) zeigt nur an, wenn bereits ein Herzinfarkt eingetreten ist. Die Herzkranzgefäße selbst sind mit Echokardiographie nicht zu sehen.
  • Laboruntersuchungen werden erst positiv, wenn der Herzinfarkt eingetreten ist (Troponin, CK)
  • Stressuntersuchungen mit Szintigraphie sind anfällig für Fehldiagnosen, wir selbst sind von diesem Test nicht überzeugt. Zudem wird der Patient mehr als mit einer Herzkatheteruntersuchung mit Strahlung belastet
  • Stressuntersuchungen mit MRT sind aussagekräftig, benötigen keine Strahlung, sind aber aufwändig und kostenintensiv
  • Herz- CT stellt die Herzkranzgefäße mit diagnostischer Aussagekraft (besser noch als eine Herzkatheteruntersuchung) war. Es sind Röntgenstrahlen erforderlich und Kontrastmittel. Die Methode ist eine bewährte Alternative zur diagnostischen Koronarangiographie
  • Die Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung) stellt die Herzkranzgefäße in sehr guter Qualität dar, Veränderungen in der Herzwand (Plaques) sind nicht sichtbar. Engstellen können in gleicher Sitzung therapiert werden (Ballondilatation, Stent)


Das richtige Vorgehen erfordert Expertenwissen. Alle Methoden werden bei uns angeboten und wir beraten Sie gerne.

Es fällt Ihnen  auf, dass Sie schnell außer Atem geraten, beim Treppensteigen stehenbleiben müssen oder sich beim Spaziergehen nicht mehr unterhalten können? Oder Sie wachen sogar nachts auf, weil Sie das Gefühl haben, keine Luft zu bekommen? Atemnot, medizinisch „Dyspnoe“,   ist ein Symptom, das viele Ursachen haben kann. Manchmal steckt nur ein Trainingsmangel dahinter, etwa nach einer Verletzung, oder vielleicht sind auch ein paar Pfunde zuviel auf der Waage? Lungenerkrankungen, wie eine Bronchitis, eine chronische Bronchitis mit Engstellung der Atemwege (COPD) oder auch allergisch bedingtes Asthma können Atemnot auslösen.

UND das Herz?


 

 

Atemnot kann auch ein Symptom für verschiedene Herzerkrankungen sein.

  • Herzklappenerkrankungen wie die Aortenklappenstenose (eine Enge der Klappe, durch die das Blut in den Kreislauf fließt), die Mitralklappeninsuffizienz (eine Undichtigkeit der Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer).
  • Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), d.h. eine Schwächung des Herzmuskels, so dass dieser nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.
  • Eine Herzmuskelentzündung, manchmal im Rahmen einer nur banalen Grippe, kann die Herzkraft kritisch vermindern
  • Auch eine Engstelle der Herzkranzgefäße kann sich nur über Atemnot, manchmal sogar ohne jeden Brustschmerz, bemerkbar machen
  • Ein Lungenhochdruck, durch den eine Herzklappe undicht wird.
  • Eine Herzrhythmusstörung - wenn das Herz über längere Zeit zu langsam oder zu schnell schlägt - kann Atemnot hervorrufen. Vorhofflimmern ist da ein häufiges Problem.
  • u.v.m.
 

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Herzrythmusstörungen äußern sich als Palpitationen, langsamen Puls, Herzrasen. Sie können Übelkeit auslösen, Schwächegefühl, Ohnmachten und den plötzlichen Herztod. Viele Patienten verspüren ihre Herzrhythmusstörung gar nicht, sondern nur die Folgen wie Atemnot, dicke Beine (durch Wassereinlagerung), manchmal Schlaganfall bei Embolie eines Gerinnsel ins Gehirn.
Gefährlich werden Herzrhythmusstörungen, wenn sie mit einer strukturellen Erkrankung des Herzens verbunden sind (z.B. Z.n. Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung, Kardiomyopathie).
Die größte Gefährdung geht vom plötzlichen Herztod aus, der durch Kammerflimmern hervorgerufen wird. Dies ist eine der häufigsten Todesursachen. Der Tod tritt aus Wohlbefinden heraus innerhalb weniger Sekunden ein. Die häufigsten Ursachen sind Herzinfarkt und Herzschwäche.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

  • Die genaue Schilderung der Symptome hilft dem Arzt schon sehr weiter
  • Meist ist das Ruhe-EKG und Belastungs-EKG unauffällig. Wir verwenden ein Langzeit- EKG oder bei seltenen Ereignissen einen so genannten Event- Recorder
  • Von besonderer Bedeutung ist die Abklärung der zugrunde liegenden Herzerkrankung (Echokardiographie, Herz- CT, Herzkatheter)
  • Laboruntersuchungen auf Schilddrüsen- Erkrankungen
  • In komplizierten Fällen führen wir eine Elektrophysiologische Untersuchung im Herzkatheterlabor durch

Ohnmacht - Synkope
Viele Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens eine Ohnmacht. Dies kann eine harmloses Symptom sein oder aber Zeichen einer ernsten Erkrankung. Die Abklärung gestaltet sich häufig schwierig, da das Ereignis kurzfristig ist und bei der ärztlichen Untersuchung keine Symptome bestehen.

Wichtige Formen von Synkopen:

  • Vaso-vagale Synkope: Bedingt durch einen Versacken des Blutes in den Beinvenen. Klassischer Fall: " Junges Mädchen in der Kirche"
  • Neurokardiogene Synkope: bedingt durch übersensitiven Sensor im Herzen. Sofortige Normalisierung im Liegen. Zumeist harmlose Form
  • Hochgradige Herzrhythmusstörungen (Herz zu langsam oder sehr schnell): potenziell lebensbedrohliche Form
  • Hochgradige Herzklappenerkrankungen, z.B. Aortenstenose. Auch diese Form ist lebensgefährlich
  • Neurologische Formen wie Epilepsie, Panikattacken...
  • Metabolische Formen, wie Unterzucker, diabetisches Koma...

Welche Untersuchungen bei Synkope werden wir vornehmen?
  • Von besonderer Bedeutung ist die genaue Anamnese. Auch die Fremdanamnese ist wichtig einer Person, die dabei war
  • Eine strukturelle Herzerkrankung muss ausgeschlossen werden
  • Die weiteren Untersuchungen richten sich nach der Symptomatik



 
 

Herzschwäche bedeutet, dass der Körper nicht genügend mit Blut versorgt wird. Diese löst Schwächegefühl, Atemnot, Schwindel aus und führt zu Wassereinlagerungen mit Gewichtszunahme und Beinödemen. In schweren Fällen ist der Patient nicht mehr in der Lage, wenige Meter in der Ebene ohne Atemnot zu gehen.

Die häufigsten Ursachen für Herzschwäche sind:

  • Z.n. Herzinfarkt
  • Herzmuskelentzündung
  • andere Kardiomyopathien, so auch als Folge eines Bluthochdrucks
  • Erkrankungen der Herzklappen
  • langdauernde Herzrhythmusstörungen


Manchmal ist es gar nicht das Herz. So können dieselben Symptome durch Blutarmut, Lungenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Tumore etc. ausgelöst werden.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

  • Die Herzfunktion lässt sich am besten mit Echokardiographie und (als Goldstandard) mit Kardio-MRT bestimmen
  • Für manche Herzklappenerkrankungen ist die transoesophagiale Echokardiographie (TEE) erforderlich
  • Die Leistungskapazität des Herzens lässt sich mit Spiroergometrie messen
  • Häufiger ist eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich
  • Natürlich müssen alle Ursachen außerhalb des Herzens untersucht werden: Laboruntersuchungen, Lungenfunktion, Oberbauchsonographie etc.

 

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